• Yvonne Landmann

Teil 3: Was ich dir für deinen Start in die (tiefere) Meditation mitgeben möchte.

In diesem Teil 3 der Serie teile ich mit dir, wie durch eine Intention eine (tiefere) Meditation möglich wird.


Was ist eine Intention?


Deine Intention ist das, was deine tägliche Praxis wie einen einzelnen bewussten Rahmen umschließt. Oder mit anderen Worten: Es ist deine fokussierte Absicht für die Zeit deiner Meditationspraxis.


Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Erwartung an die Praxis zu haben. Es ist vielmehr die Einladung, dein Bewusstsein in dem Moment und auf die Praxis zu richten und damit auf den Moment im Hier und Jetzt.


Intentionen aus meiner Arbeit als Meditationslehrerin


Das mit der Intention kann so simpel sein: „Jetzt gibt es nichts anderes für mich zu tun, ich muss nirgendwo anders sein und ich brauche nichts.“


Lass mich das kurz in Kontext bringen, da ich weiß, dass da tendenziell der Geist anfängt zu widersprechen:


“Jetzt gibt es nichts anderes für mich zu tun.”


Ja, es gibt eine Menge zu tun im Alltag und insbesondere in dieser Welt. Und dennoch ist wahr: Jetzt, in diesem Moment und für die Dauer der Meditation, darfst du in deinem Meditationssitz, bewegungslos und vermeintlich passiv, Priorität haben.


“Ich muss nirgendwo anders sein.''


Der Ort deiner Meditation ist das Hier und Jetzt und der Raum, in dem du bist. Die Meditation braucht dich genau da, wo du bist. Eine Anwesenheit nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit dem Geist. Denn wenn du gedanklich woanders bist, wird es schwierig, in die Harmonie der Mediation zu gelangen.


“Ich brauche nichts.”


Dein Herz schlägt, dein Körper atmet, die Luft ist voller Sauerstoff. Für die Zeit der Meditation musst du nichts essen oder trinken. Kurz: Du wirst es überleben, still zu sitzen. Du bist für die Zeit der Meditation versorgt. Stimmst du mir zu?


Du kannst deine Praxis Jemandem widmen


Wahnsinnig kraftvoll ist auch die Wortwahl konkret auf dich zu richten: „Diese Praxis ist die Zeit nur für mich. Diese Praxis widme ich mir selbst.“


Für manche Menschen ist es einfacher, die eigene Praxis einem anderen Menschen oder Lebewesen zu widmen. Das ist eine wohltuende Art Verbindung wahrzunehmen. Wenn dich das bewusst und regelmäßig zu deiner Meditation Praxis bringt: Go for it!


Dennoch möchte ich dich explizit dazu ermutigen, dich auch selbst in den Fokus zu stellen, insbesondere, wenn dir das innerlich widerstrebt. Du wirkst, also darfst du auch im Fokus stehen.


Weitere Impulse für deine eigene Intention


Hier ein paar weitere Impulse für eine Intention für deine Praxis:


“Ich begegne der heutigen Praxis mit Sanftmut und Gelassenheit.''


Sanftmut ist eine Qualität, die spiegelt, dass du genug bist. Meditation ist die Einladung, zu dir selbst zu kommen. Dieses Zuhause in dir hat keine Erwartungen an dich, denn es weiß, dass du gut und genug bist, so wie du bist. Es reicht, dass du da bist und die Absicht hast, etwas mehr über dich selbst zu erfahren.


Gelassenheit ist die Qualität, die es braucht, ohne Erwartungen in die Praxis zu gehen. Insbesondere nach einer sehr angenehmen Praxis, erwarten wir (insgeheim), dass es wieder so schön wird oder gar besser. Andersherum ist Gelassenheit auch das, was dir erlaubt, immer wieder neu zu starten, wenn du merkst, dass du mit deinen Gedanken woanders gewesen bist.

“Meine heutige Praxis unterstützt mich für den Rest des Tages.''


Deine Meditation Praxis wirkt lange nach der eigentlichen Praxis. Startest du deinen Tag mit Zeit für dich, einschließlich einer Meditationspraxis, startet dein Tag nicht nur mehr nach deinem Gusto, sondern wird dich über den ganzen Tag hinweg mehr in deiner Balance halten. Das merken meine Mentees vor allem dann, wenn sie eben nicht meditiert haben. Und auch ich bin da keine Ausnahme: Diese morgendliche Säule trägt mich in und durch die Turbulenzen des Tages.


“Möge meine Praxis mich darin unterstützen, dieser Welt mit Freundlichkeit zu begegnen.''


Ob Freundlichkeit, Offenheit, Akzeptanz, Mut, Vertrauen ... alles, was einer Situation fehlt, fehlt nur so lange, bis du es gibst.


Fühlt sich die Welt unfreundlich an: Bring DU mehr Freundlichkeit in diese Welt.


Fällt es dir schwer, dich für andere Ansichten zu interessieren, aktiv zuzuhören, andere Meinungen neben deiner zu akzeptieren oder mutig deine Meinung neben die von anderen zu stellen? Dann lass deine Praxis dich genau darin unterstützen.


Welche Qualität kommt dir jetzt direkt in den Sinn?


Intentionen aus Sicht eines Mentees


"Jede meiner Meditationen wird von einer Intention begleitet - mal klar formuliert, oft bleibt es aber auch “nur” bei einem Gefühl, wobei mich meine Praxis unterstützen soll. Mein Inneres weiß nämlich ganz genau, was es gerade braucht. Ob zur Ruhe kommen, etwas loslassen oder einfach dem Leben lauschen und einfach mal genug sein, ohne etwas zu leisten. Danach suche ich mir dann auch die passende Meditation aus.


Eine ausformulierte Intention kommt meistens zu Beginn der Praxis, wenn ich die ersten tiefen Atemzüge nehme und in meinem Sitz ankomme. “Möge ich gut zu mir sein.”, “Ich bin genug.”, “Ich lade Gelassenheit und Zufriedenheit in meinen Alltag ein.”. Eine Intention muss sich dabei nicht perfekt für jemanden anderen anhören. Sie kommt aus einem selbst und sollte sich stimmig anfühlen. Sobald dies der Fall ist, fühle ich mich verbunden und es klappt mit der (tiefen) Meditation.


An manchen Tagen zeigt sich mir aber auch nichts so recht - weder Gefühl noch Worte. Und das ist auch ok. Meditation ist mein Freund und setzt mich nicht unter Druck, die Praxis immer perfekt machen zu müssen. In dem Fall: Gelassen und offen bleiben und schauen, was sich zeigt."


- Linda, Meditatinskurs Teilnehmerin und Mentee


Drei Schritte für deine Intention


1. Die Intention steht ganz am Anfang deiner Praxis. Sobald du deinen Sitz eingenommen hast, regst du damit deinen Geist an, wahrzunehmen, was heute für dich wichtig ist.


2. Erlaube dir einen Moment, um deine Intention in Worte zu fassen. Ich mag es dabei, beide Hände auf meinen Herzraum zu legen: Als Geste der eigenen Wertschätzung, meiner Zeit, meiner Energie und dem, was mich in meiner Praxis unterstützt. Dann kommt die Intention als Impuls oder ich kann sie aus meinem Wunsch für mein Auftreten für den Tag leichter formulieren.


3. Sprich deine Intention für dich hörbar aus oder lasse es eine innere Stimme sein. Beschließe deine Intention mit drei Atemzügen.

Und dann starte mit deiner Praxis.


Namaste. Yvi



Kennst du die anderen Beiträge der Serie?

Teil 1: Meditieren darf leicht sein. Wie du deine Meditation für dich leichter machst.


Teil 2: Deine Vision ist dein Warum





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Hej hej!

 

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Deine Yvi